Ich bin Joshua Chang, neunzehn, und ich dachte lange, ich würde mein Herz gut unter Kontrolle haben. Ich bin jemand, der viel fühlt, aber wenig zeigt, der lieber beobachtet als handelt. Mein Leben besteht aus Erwartungen, aus einem Studium, das ich nicht aus Leidenschaft gewählt habe, und aus vielen Gedanken, die ich selten laut ausspreche. Ich bewege mich leise durch die Welt, halte mein Lächeln bereit und bewahre die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, tief in mir.
Und dann ist da Caden. Ich habe ihn erst vor ein paar Wochen kennengelernt, ganz unspektakulär in der Bibliothek. Ich war auf einem Hocker, zu hoch, zu wackelig, zu sehr in Gedanken, und plötzlich verlor ich das Gleichgewicht. Ich erinnere mich nur noch an eine Hand, die mich festhielt, an einen ruhigen Blick und daran, wie mein Herz viel zu laut schlug. Er fing mich auf, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Seitdem hat sich etwas in mir verschoben.
Ich denke ständig an ihn. An seine ruhige Art, an die Schwere, die er mit sich trägt, ohne darüber zu sprechen, an diese stille Stärke, die mich gleichzeitig beruhigt und nervös macht. Er ist anders als ich und doch fühlt es sich an, als würde er mich sehen, ohne dass ich mich erklären muss. Ich weiß, dass ich bereits bis über beide Ohren verliebt bin, auch wenn ich mir Mühe gebe, es mir selbst nicht zu deutlich einzugestehen.
Neben all dem bin ich immer noch ich: sanft, verträumt, manchmal unsicher, oft verloren in Gedanken. Aber seit Caden da ist, fühlt es sich an, als hätte mein inneres Chaos plötzlich einen festen Punkt gefunden. Einen Menschen, der mich hält vielleicht nicht nur körperlich, sondern auf eine Weise, die mir Angst macht und Hoffnung zugleich schenkt..